Wandern in den Waldkarpaten

Eine bis dato weitgehend unbekannte Region in Osteuropa kann auch bereist werden: Die Waldkarpaten. Sie liegen nur rund drei Kilometer von Krakau entfernt, direkt an der Grenze von Polen zur Slowakei.  Angereist wird meist mit dem Zug, hier gibt es günstige Verbindungen und Tickets. Wer mit dem Flugzeug anreist, kann vom Flughafen aus ein Taxi zur Weiterreise nehmen. Wirklich los geht die Reise in Banica, einem traditionellen kleinen Dorf in den Waldkarpaten. Hier gibt es eine Pension, in der insgesamt sechs Zimmer gemietet werden können.

Für Wanderer ist die Gegend wie geschaffen, die Wege sind gut ausgeschildert, aber auch sehr ruhig und teilweise schon als einsam zu bezeichnen. Wer nach Bartne kommt, kann eine orthodoxe Messe miterleben. Von den Lemken, dem alten ukrainischen Volk, sind hier aber nur Friedhöfe und Kirchen geblieben. Weiter geht die Reise nach Bardejov, eine Kleinstadt, die aber bereits in der Slowakei liegt. Sie gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO aufgrund der gut erhaltenen mittelalterlichen Bauten.

Insgesamt muss man sagen, dass in die Waldkarpaten nur wenige Besucher kommen, die meisten reisen eher in die höheren und besser erschlossenen Berge. Kein Wunder also, dass die Wanderungen in relativer Einsamkeit möglich sind. Zum Nachdenken lädt dann auch das Dörfchen Bieliczna ein, besser gesagt das, was davon übrig ist. Denn hier steht nichts mehr vom restlichen Dorf, nur die Kirche ist erhalten geblieben.

Wer nun etwas Abwechslung von all der Einsamkeit haben möchte, reist nach Krakau. Die pulsierende Großstadt ist tagsüber eine Stadt, die mit zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten aufwartet, abends und nachts mit einem spannenden Nachtleben. Einen Besuch wert ist unbedingt das Viertel Kazimierz, in dem auch der Film „Schindlers Liste“ gedreht wurde. Am Ende der Reise in die Waldkarpaten stellt sich nur noch die Frage: Reise beenden oder verlängern? So manch einer, der die Reise unternommen hat, möchte erst einmal gar nicht wieder weg von hier.